Lebensmittelsicherheit und Austern: Was verursacht wirklich Magenbeschwerden?

Voedselveiligheid

Lebensmittelsicherheit

Wenn Menschen nach dem Verzehr von Austern magen-darm-ähnliche Beschwerden bekommen, geraten meist zuerst die Austern in Verdacht. Das ist verständlich – aber nicht immer gerechtfertigt.

Hallo Sander,

vielen Dank für deine Rückmeldung. Meldungen über Beschwerden nach dem Verzehr von Austern erhalten wir gern so schnell wie möglich. Uns liegen keine weiteren Meldungen vor, daher ist es unwahrscheinlich, dass die Austern die Ursache waren. Es könnte sich auch um einen Magen-Darm-Virus oder etwas anderes gehandelt haben. Bitte richte den Gästen unseren Dank aus und wünsche ihnen gute Besserung.

Übelkeit und Bauchschmerzen können viele Ursachen haben. Manchmal entstehen sie, weil tatsächlich etwas nicht in Ordnung war – manchmal aber auch, weil man denkt, dass etwas nicht in Ordnung war. Lebensmittelvergiftungen und -kontaminationen sind ernsthafte Risiken, und unser Körper ist evolutionär stark darauf vorbereitet.

Ein ungewohnter Geruch, ein abweichender Geschmack – oder sogar nur der Gedanke, dass etwas nicht stimmt – kann bereits eine starke Ekelreaktion auslösen. Diese Reaktion dient dem Schutz: Wer aufhört zu essen, vermeidet möglichen Schaden. Und wenn eine Person am Tisch äußert, dass sie dem Essen nicht vertraut, können sich andere plötzlich ebenfalls unwohl fühlen. So funktionieren unsere Gehirne, geprägt durch Millionen Jahre Evolution.

Wird dieser Ekel sehr stark, setzt eine Art Notfallprogramm ein. Der Körper stellt die Aufnahme von Nährstoffen ein, Flüssigkeit wird nicht mehr zurückgewonnen, und der gesamte Magen-Darm-Inhalt wird möglichst schnell ausgeschieden – über Mund und Darm. Das kann sogar dann passieren, wenn mit dem Essen objektiv nichts falsch war. In solchen Fällen klingt die Reaktion meist rasch wieder ab.

Magen-Darm-Beschwerden können auch durch Viren verursacht werden. Das bekannte Norovirus ist hoch ansteckend und verursacht die sogenannte „Magen-Darm-Grippe“. Jährlich erkranken etwa 4,5 Millionen Menschen in den Niederlanden daran, rund 500.000 Fälle davon gehen auf das Norovirus zurück. Man kann sich praktisch überall anstecken, wo sich eine infizierte Person aufgehalten hat – auch an Orten, an denen man gar nichts gegessen hat.

Die Wahrscheinlichkeit, dass das Norovirus über Schalentiere übertragen wird, ist sehr gering. Das Virus kommt natürlicherweise nicht im Meer vor. Nur bei größeren Ausbrüchen können Schalentiere, die in der Nähe von Abwassereinleitungen geerntet wurden, über Abwasser mit menschlichen Viren belastet sein. Aus diesem Grund ist es für Berufsfischer streng verboten, in der Nähe solcher Ausleitungen zu ernten.

Bei Schalentieren spielen jedoch andere natürliche Faktoren eine Rolle. Bestimmte Algen, die natürlicherweise im Meer vorkommen, können Biotoxine bilden (z. B. bestimmte Dinoflagellaten). Außerdem ist in der Natur immer ein Grundniveau von E. coli vorhanden. Deshalb wird das Wattenmeer kontinuierlich von Kontrollschiffen des Ministeriums überwacht. Zusätzlich lassen wir unsere Austern regelmäßig auf E. coli und Salmonellen untersuchen – eine gesetzliche Pflicht, die auch von der NVWA kontrolliert wird.

Eine weitere mögliche Ursache für Beschwerden ist eine Eiweißallergie. Solche allergischen Reaktionen können plötzlich auftreten und sehr heftig sein – man spricht dann manchmal von einem „Eiweißschock“. Leider bleibt die Allergie oft dauerhaft bestehen. Zum Glück sind diese Allergien meist artspezifisch: Wer auf Miesmuscheln allergisch reagiert, kann häufig trotzdem Austern oder Herzmuscheln essen – und umgekehrt. Das Risiko einer starken Reaktion steigt, wenn große Mengen eines eiweißreichen Lebensmittels auf einmal verzehrt werden. Auch hier gilt: besser maßvoll genießen – selbst wenn sie noch so gut schmecken.

Krankheitsfälle melden

Meldungen über Erkrankungen nach dem Verzehr von Austern nehmen wir immer ernst. Bei mehr als einer Meldung schalten wir sofort auf Alarm: Wir informieren andere Kunden und setzen uns mit dem Muschelbüro in Verbindung, das ebenfalls für Austern zuständig ist. Bei einer einzelnen Meldung kann die Ursache sehr vielfältig sein – und die Wahrscheinlichkeit, dass sie bei uns liegt, ist äußerst gering.